Neugeborene

 

 

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Die Behandlung der Neugeborenen

Dass in Sparta wenig persönliche Freiheit herrschte und es hauptsächlich um die Effektivität des Staates ging, machte sich auch bei der Selektion der Neugeborenen bemerkbar.

Die Eltern durften nicht eigenständig entscheiden, ob sie ihr Kind aufziehen wollten oder nicht. Diese Entscheidung wurde von den Ältesten der Gemeindegenossen gefällt. Unmittelbar nach der Geburt mussten die Erzeuger ihr Neugeborenes zur Sprechhalle (auch Lesche genannt) bringen, wo der Ältestenrat das Kind genau untersuchte (z.B. nach Kräftigkeit und ob es wohlgebaut war).  Wenn sie es für lebenswürdig befanden, ordneten sie seine Aufzucht an, wenn es jedoch schwächlich oder missgestaltet war, wurde das Neugeborene zu den Apothetai (übersetzt: Ablage), einem Felsabgrund, gebracht und dort liegengelassen. Diesen Ort durfte keiner betreten. Nach Meinung der Spartiaten (Spartaner mit Vollbürgerrechten) war es für einen Menschen, der nicht von Anfang an gute Vorraussetzungen mitbrachte, besser, gleich zu sterben, sowohl für sein Wohl als auch für das des Staates.
Die für lebensfähig gehaltenen Säuglinge wurden von Ammen erzogen. Besonders wichtig war es für die Spartaner, dass Ekel überwunden wird, man nicht wählerisch beim Essen ist, keine Angst hat und weder verweichlicht noch sentimental ist.