E.i.f.e.r. Erarbeitung eines individuellen Förder- und Entwicklungsrahmens

Unser schulisches Programm zur individuellen Leistungsförderung

 

Dem deutschen Schulsystem werden nicht zuletzt aufgrund der Pisa-Studie zwei schwerwiegende Vorwürfe gemacht:

 

1. Schulformbezogene Entscheidungen werden zu früh getroffen, ohne langfristige Entwicklungen

des Lern- und Arbeitsverhaltens der Schülerinnen und Schüler abgewartet zu haben.

 

2. Das deutsche Schulsystem ist sozialbezogen. Häusliche Vorwissensunterschiede und technisch- intellektuelle

Zugriffsmöglichkeiten auf Wissensbereiche haben einen relativ hohen Voraussagewert für die Schullaufbahn der Kinder.

 

Das heißt: Es gibt zu wenig frühe Interventionen zur Leistungsentfaltung und Leistungssteigerung eines Gesamtjahrganges von Kindern.

Diesen Zustand will das Förderprogramm der Luisenschule in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in der Orientierungsstufe

durch gezielte individuelle Leistungsförderung jedes einzelnen Kindes verändern.
Dadurch kann am Ende der Orientierungsstufe eine sorgfältig begründete Schulformempfehlung gegeben werden.
Jedes Kind erhält bei uns seine ganz persönliche Chance, eine hohe Lernleistung zu erbringen,

und zwar durch Freude am Lernen. Damit folgen wir gleichzeitig den neuen Entwicklungen der Begabtenförderung.
Im ersten Halbjahr erhalten alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 ein individuelles Förderprogramm im Fach Deutsch.

Es läuft parallel zum normalen Deutschunterricht und dient wie dieser dem Erwerb der für den Jahrgang 5 festgelegten Lernkompetenzen im Fach Deutsch.
Der Förderunterricht besteht in einer zweistündigen Projektarbeit im Fach Deutsch in Gruppen bis maximal acht Kindern unter

Leitung von Fachkollegen, Referendaren und ausgewählten Praktikanten der Universität Duisburg- Essen.
In diesem Projekt erstellen die Kinder ausgehend von ihren Vorlieben eine kleine „Facharbeit“ in ihrem eigenen Interessenbereich.

Durch individuelle Betreuung werden ihnen hierzu wichtige methodische Kenntnisse vermittelt. Sie bestehen in vier methodischen Einheiten:
1. Lese- und Gliederungstechnik
2. Arbeit mit dem PC
3. Schriftliche Präsentationstechnik
4. Mündliche Präsentation.
Damit haben alle Schülerinnen und Schüler ein gemeinsames lerntechnisches Fundament erhalten und gleichzeitig erprobt,

auf dem sie in den nächsten Jahren ständig aufbauen. Gleichzeitig werden spezielle Leistungslücken festgestellt und bearbeitet,

die sich im normalen Fachunterricht Deutsch und bei der Projektarbeit zeigen. Auf diese Weise erhält der Fachlehrer bis zum Ende

des ersten Schulhalbjahres durch den Austausch mit den Mentoren der Kleingruppen einen ersten mehrschichtigen Überblick

über den anfänglichen Leistungsstand jeder Schülerin und jedes Schülers in den grundlegenden Lernbereichen des Faches Deutsch.
Die Schülerinnen und Schüler präsentieren die Ergebnisse der Projektarbeit in einem mündlichen Vortrag am Ende des

ersten Schulhalbjahres gemeinsam in einer festlichen Veranstaltung vor den versammelten Eltern, Geschwistern und der Schulgemeinde.
Das Förderprogramm wird wissenschaftlich begleitet von Dr. Willy Peters, Leiter des CBO der Universität Nijmegen.

Es entstand im Rahmen einer Diplomarbeit am Internationalen Zentrum für Begabungsforschung (ICBF) der Universitäten Nijmegen

und Münster und ist ein Projekt des Landeskompetenzzentrums für Individuelle Förderung NRW. Auf den durch das Projekt gewonnenen

Erkenntnissen aufbauend können im Laufe des zweiten Halbjahres in Zusammenarbeit mit der Psychologischen Beratungsstelle

Mülheim sowie der Abteilung Medienpädagogik des Fachbereichs Erziehungswissenschaft der Universität Münster individuelle

Fördermöglichkeiten für unsere Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Leistungsbereichen des Faches Deutsch bereitgestellt werden.

Hierzu arbeiten wir wieder Praktikanten der Universität Duisburg – Essen ein. Sie bieten, wenn Eltern und Kinder dies wünschen, im zweiten

Halbjahr ein individuelles Zusatzangebot außerhalb des regulären Deutschunterrichtes für interessierte Schülerinnen und Schüler an.
Grundlegend für dieses Förderkonzept ist der ehrliche und sorgfältige Gedankenaustausch mit Schülern und Eltern,

um den wir uns an der Luisenschule bemühen und zu dem wir stets gern zur Verfügung stehen.