| Carl August und Goethe inspizierten
im Juli und August 1776 als erstes alte Bergwerksbetriebe. Und zwar sollte
Ilmenau, ein seit 1739 stillgelegter Silber-Kupferschiefer-Bergbau wieder
in Betrieb genommen werden; desweiteren hofften Goethe und Carl August
auf den Abbau anderer metallhaltiger Erze wie z. B. Eisen. Goethe stand
darauf bald der Bergwerkskommission vor, die 1777 von Carl August ins Leben
gerufen war. Zwei Jahre später (5.1.1779) erhält Goethe auch
noch den Vorsitz der Kriegskommission. Noch schreibt Goethe in seinem Tagebuch:
"Der Druck der Geschäfte ist sehr schön der Seele, wenn sie entladen
ist (...) genießt (sie) des Lebens" (13.1.1779). Wenige Tage danach
erhält er auch die Leitung der Wegebaukommission, später auch
noch die Staatsfinanzen (11.6.1782). Durch diese Häufung von Ämtern
gelang es Goethe schließlich, die Infanterie von 532 auf 248 Mann
zu verkleinern und damit die größte Belastung des Haushalts
so zu verringern, daß die Finanzkasse des Herzogtums unter seiner
Leitung schließlich in Ordnung kam. Durch sein Amt als Vorsitzender
der Bergwerkskommission kam Goethe mit verschiedenen Gesteinsarten in Berührung.
Zuerst interessierte er sich nur für erzhaltiges Gestein, dann erwachte
bei Goethe auch ein allgemeines Interesse an Mineralien und Steinen. Aus
der Sammelleidenschaft entwickelte sich ein Fragen nach der Gesteinsentstehung;
durch das Beobachten von Gebirgsformationen und Felsrissen stellte Goethe
schließlich den Anfang einer Theorie über die Erdentstehung
auf. Besonders hilfreich waren ihm die Erkenntnisse, die er auf seiner
zweiten Schweizer Reise gewann (Herbst 1979 mit Carl August), vor allem
aber die der drei Harzreisen (1777, 1783, 1784) |