Goethe als Biologe

 
 
Ein Jahr später (1780) beginnt Goethe sich für die Anatomie des Menschen zu interessieren. Er studiert diese in Jena in den Vorlesungen und Sezierübungen von Justus Christian Loders (1753-1832); er hielt sogar selbst Vorträge an der "Fürstlich freien Zeichenschule" (1776 mit dem Maler Georg Melchior Kraus (1733-1806) in Weimar gegründet); später schloß er noch Vorlesungen über den menschlichen Knochenbau mit ein. Diese Studien führten schließlich zur Entdeckung eines Knochens, der dem Menschen im Unterschied zu allen anderen Wirbeltieren von der Anatomie damals abgesprochen worden war: des unabhängigen Zwischenkieferknochens; diese Entdeckung widerlegte die biblische Anschauung des Menschen als Sonderschöpfung nach dem Vorbild Gottes, da sie den anatomischen Unterschied zwischen Mensch und Tier aufhob.